Spargelanbau: Branchenexpert*innen diskutieren aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven

80. Sitzung des Arbeitskreises Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau am IGZ

18. September 2023
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Spargelblüte. Foto: A. Kwiecień CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Spargelblüte. Foto: A. Kwiecień CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Am 11. und 12. September 2023 fand am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Großbeeren die 80. Sitzung des Arbeitskreises Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau statt. Neben Berichten zur diesjährigen Erntesaison standen Ergebnisse aus Forschung und Praxis zu Erntemethoden, Pflanzenschutz und Spargel-Sortenversuchen auf der Tagungsordnung.

Nach Eröffnung durch den langjährigen Vorsitzenden Joachim Ziegler (DLR Rheinland-Pfalz) und Begrüßung durch die wissenschaftliche Direktorin des IGZ, Nicole van Dam, berichtete Laura Lafuente als Geschäftsführerin aus der Bundesfachgruppe Gemüsebau. Im Anschluss folgten Berichte aus den Regionen zur Spargelsaison. Trotz des wegen Kälte verspäteten Saisonstarts fiel die Bilanz aufgrund ausreichender Niederschlagsmengen gut aus. Vor allem Brandenburg profitierte davon.

Zum Schwerpunktthema „Maschinelle Ernte“ präsentierte Jan Gräfe (IGZ) Forschungsergebnisse der Modellierungen für eine maschinelle Vollernte des Gemüses, die durch Beiträge selektiven und nicht-selektiven Erntemaschinen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfahlen und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) ergänzt wurden. Zum Thema Pflanzenschutz gab es Beiträge der Forscher*innen Janine König und Thomas Nothnagel (Julius Kühn-Institut). Marit Gillmeister (Hochschule Anhalt) stellte das in Zusammenarbeit mit dem IGZ durchgeführte Projekt „KombiAktiv“ vor, das sich mit sekundären Pflanzenstoffen und symbiotischen Wurzel-Mikrooganismen gegen Pilzbefall im Spargel befasst.

Im Anschluss wurde über die erwarteten Auswirkungen der verschärften EU-Richtlinien für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Spargelanbau diskutiert. Es ist davon auszugehen, dass die Anbauenden zukünftig mit verstärkten Problemen beim Schutz ihrer Kulturen vor Schädlingen wie der Spargelfliege oder pilzlichen Krankheitserregern rechnen müssen.

Bevor Ergebnisse des niedersächsischen Spargel-Versuchswesens und zu Testpflanzungen neuer Spargelsorten als Ergänzung zu klassischen Sortenversuchen präsentiert wurden, erhielten die Teilnehmenden der Sitzung eine Führung über das Institutsgelände, in der ausgewählte Projekte präsentiert wurden.

Schließlich wurde der langjährige Vorsitzende Ziegler in den Ruhestand verabschiedet, seine Nachfolge tritt Nils Kraushaar (Landwirtschaftskammer Niedersachsen) an und wird die Sitzung in 2024 in Freiburg leiten.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Betriebsbesichtigung lokaler Spargelhöfe in Diedersdorf und Beelitz. Hier konnten sich die Teilnehmenden zu standortspezifischen Besonderheiten mit den Praktiker*innen austauschen.

Rita Zrenner (IGZ, links) gibt im Klimakammergebäude des IGZ einen Einblick in die Forschungsarbeiten zu Interaktionen von Kartoffeln mit dem Pilz Rhizoctonia solani.
Marina Korn (IGZ, Mitte) erläutert den Teilnehmenden der Tagung die Infrastruktur des Instituts wie das Gaswechselgewächshaus.
Stefan Karlowsky (IGZ, links) präsentiert die Projekte „zirkulierBAR“ und „P2Green“, die sich mit der Schließung von Nährstoffkreisläufen befassen.
Bei der Besichtigung des Spargelgut Diedersdorf führte Marc Hartmann (vorne rechts) Joachim Ziegler (vorne links) gemeinsam mit den Teilnehmenden der Tagung über die Spargel- und Erdbeerfelder des Hofs.