Streifenpflanzung für den Gemüseanbau

EIP-Projekt BioStripPlant stellt sich vor

15. September 2023
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Strip-Till-Maschine. Foto: agrathaer GmbH/K. Funk
Strip-Till-Maschine. Foto: agrathaer GmbH/K. Funk

Am 07.09.2023 fand in der Gärtnerei Watzkendorf im uckermärkischen Blankensee der Feldtag des EIP-Projektes „BioStripPlant“ statt. Das Projekt testet die Streifenbearbeitung im Bio-Gemüseanbau hinsichtlich einer verbesserten Klimaanpassung und Resilienz. Interessierte konnten sich bei der Veranstaltung über das „Strip-Till“ genannte Verfahren und die hierfür benötigten Geräte austauschen.

Beim Feldtag in Blankensee diskutierten etwa zwanzig Teilnehmende aus Forschung und Praxis über die Potentiale des Mulcheinsatzes im Freilandgemüsebau. Katia Heistermann, die das Projekt am IGZ bearbeitet, stellte erste Ergebnisse des Projekts vor: „Wie wir erwartet haben, ist der Boden unter einer Mulchschicht aus Grünschnitt-Roggen und Wintererbse feuchter als ohne Bodenbedeckung. Außerdem herrschen unter sogenanntem Lebendmulch, hier Erdklee, geringere Bodentemperaturen.“

Die Strip-Till-Maschine, die eine einfache Ziehung der Pflanzstreifen ohne großflächige Bearbeitung des Bodens ermöglicht, wurde live vorgeführt. Dabei wurde auch ein organischer Dünger „unterfuß“ in der Pflanzreihe platziert. Auf der Fläche wuchs zu diesem Zeitpunkt eine Zwischenfrucht mit hohem Leguminosenanteil.

Zwischen den Besucher*innen und der Projektbeteiligten herrschte ein reger Austausch zu den standortbedingten Möglichkeiten des Verfahrens. Großes Interesse galt auch der Art und Zusammensetzung des Mulches.

Das Projekt „BioStripPlant“ befasst sich mit der Entwicklung und Erprobung einer konservierenden Bodenbearbeitung im ökologischen Gemüseanbau, bei dem Pflanzreihen als Streifen auf einer bestehenden Untersaat oder einer gemulchten Zwischenfrucht gezogen werden, ohne den Boden zu bearbeiten („Strip-Till“). Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die Anwendung des Verfahrens in Brandenburg zu entwickeln.

Unter der Leitung der agrathaer GmbH vereint „BioStrip Plant“ Partner*innen aus Forschung und Praxis: Drei uckermärkische Gartenbaubetriebe – Bauernhof Weggun GmbH, Bio-Gärtnerei Watzkendorf GmbH und Bio-Alpakaland Götze/Riesener GbR – das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) e.V. und die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. bilden die operationelle Gruppe. Drei assoziierte Partnerinstitutionen unterstützen bei der Ergebnisverbreitung und Umsetzung.

Das Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP-AGRI) durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

Katia Heistermann vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gab eine Einführung zu Potentialen von Mulch im ökologischen Feldgemüsebau und stellte den Teilnehmenden das Projekt und erste Ergebnisse vor. Foto: agrathaer GmbH/K. Funk
Die Teilnehmenden des Feldtags ließen sich von Daniel Riesener (Bio-Alpakaland) die Vorteile und Möglichkeiten der Strip-Till Maschine erklären. Foto: agrathaer GmbH/K. Funk
Die Strip-Till-Maschine mit aufgebautem Düngertank. Foto: agrathaer GmbH/K. Funk