Dr. Johanna (Jessica) de Bruijn
Wissenschaftler*in
Ich begeistere mich sowohl für Grundlagenforschung als auch für angewandte Forschung und habe ein besonderes Interesse und Expertise in den Bereichen Parasitoide, biologische Schädlingsbekämpfung, chemische Ökologie von Insekten und Fressverhalten von Insekten. Ich bin überzeugt, dass die Natur ein wunderbarer Lehrmeister ist, von dem wir viel lernen können. Mein Ziel ist es, Wege zu finden, um Agrochemikalien, insbesondere breit wirksame (organische) Pestizide und Herbizide, durch die Nutzung der Pflanzenvielfalt und natürlicher Elemente in Anbausystemen überflüssig zu machen. Man denke dabei an Mischkulturen, Untersaaten, Begleitpflanzen, Push-Pull-Systeme, Gehölze, aber auch an Konzepte aus der Agroforstwirtschaft und Permakultur. Solche Maßnahmen ziehen eine Vielzahl natürlicher Feinde an und schaffen so nachhaltige landwirtschaftliche Ökosysteme, in denen der Schädlingsbefall unterhalb der wirtschaftlichen Schwelle für chemische Eingriffe bleibt.
Um solche Anbausysteme zu schaffen, sind sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung erforderlich. Ich glaube, wir brauchen mehr Erkenntnisse darüber, wie natürliche Ökosysteme in Bezug auf trophische Interaktionen, chemische Kommunikation und die Rolle und Funktion der Artenvielfalt funktionieren. Gleichzeitig müssen wir Klimazonen, den Klimawandel und die praktische und wirtschaftliche Machbarkeit der vorgeschlagenen Lösungen berücksichtigen. Während ich an diesen Konzepten arbeite, hoffe ich, mein Fachwissen zu erweitern, indem ich mehr über kompatible Strategien zum Umgang mit Krankheiten, Nährstoffen und Unkraut sowie über landwirtschaftliche Praktiken wie reduzierte Bodenbearbeitung und Fruchtfolge lerne.
Das ist kein leichtes Puzzle, aber ich liebe die Herausforderung, einige dieser Konzepte im Rahmen des ökoZuG-BB-Projekts zu erforschen und die Entwicklung eines ökosystembasierten Pflanzenschutzes zu unterstützen.