Roggenmulch stabilisiert Gemüseerträge – Klee Lebendmulch kann Ernten deutlich mindern

22.04.2026
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Feldversuch mit Weißkohl und Sellerie auf dem Gelände des IGZ. Foto: IGZ/J. Vogt
Feldversuch mit Weißkohl und Sellerie auf dem Gelände des IGZ. Foto: IGZ/J. Vogt

Aktuell in der Fachzeitschrift „Plant and Soil“ veröffentlichte Ergebnisse von Forschenden des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) zeigen, dass Streifenbodenbearbeitung in Kombination mit Roggenmulch die Erträge von Weißkohl und Knollensellerie unter unterschiedlichen Standortbedingungen stabil halten kann. In Systemen mit Klee als lebender Bodenbedeckung traten hingegen deutliche Ertragsrückgänge auf. Ausschlaggebend sind Veränderungen des Bodenstickstoffgehalts, Wasserhaushalts und des Temperaturregimes. Diese Befunde liefern eine differenzierte Grundlage für die Bewertung von Mulchanbausystemen im Gemüsebau.

Eine Feldstudie des IGZ vergleicht unterschiedliche Bodenbearbeitungs- und Bodenbedeckungssysteme im Freilandgemüsebau in den Kulturen Weißkohl und Knollensellerie an mehreren Standorten in Deutschland, darunter Versuchsflächen des IGZ in Großbeeren und Gemüsebaubetriebe Brandenburgs. Betrachtet wurden Streifenbodenbearbeitung mit vor Ort hergestellten Roggenmulch, Klee-Lebendmulch und eine unbedeckte Kontrolle.

Über alle Standorte hinweg zeigte sich, dass die Kombination aus Streifenbodenbearbeitung und Roggenmulch eine vergleichsweise stabile Ertragsleistung beider Kulturen ermöglichte. Im Gegensatz dazu waren die Erträge im Klee-Lebendmulch-System deutlich niedriger. Diese Unterschiede stehen in engem Zusammenhang mit veränderten Bodenbedingungen, insbesondere einer geringeren Verfügbarkeit mineralischen Stickstoffs, veränderten Bodenfeuchteverhältnissen sowie niedrigeren Bodentemperaturen, die die Entwicklungsbedingungen der Kulturen beeinflussen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Lebendmulchsysteme im Gemüsebau nicht unabhängig vom Standort und vom Gesamtsystem bewertet werden können. Während sie unter bestimmten Bedingungen positive ökologische Funktionen erfüllen können, entstehen gleichzeitig potenzielle Zielkonflikte mit der Produktivität, insbesondere durch Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe.

Originalpublikation
Hefner, M., Sradnick, A. & Heistermann, K. “Cabbage and celeriac yields were preserved by strip-tillage with rye mulch but reduced by clover living mulch due to effects on soil nitrogen, moisture and temperature.” Plant Soil (2026). https://doi.org/10.1007/s11104-026-08491-x

Weitere Informationen

Kontakt

Katia Heistermann, Wissenschaftlerin | E-Mail heistermann@igzev.de | Tel. +49 (0) 33 701 78 358
Julia Vogt, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | E-Mail presse@igzev.de | Tel. +49 (0) 33 701 78 163

Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ)
Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) e.V. ist ein Forschungsinstitut der Leibniz-Gemeinschaft und trägt mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen aus der Grundlagen- und Anwendungsforschung im Gartenbau zur Lösung aktueller globaler Herausforderungen bei. Dazu gehören der Erhalt der Biodiversität sowie die Bekämpfung des Klimawandels und eine immer noch weitverbreitete Fehlernährung. Das Institut wird gemeinschaftlich durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) finanziert. Das IGZ hat seinen Sitz in Großbeeren.

 

Medien

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Bildunterschrift: Feldversuch mit Weißkohl und Sellerie auf dem Gelände des IGZ.
Bildnachweis: IGZ/J. Vogt
Download: https://igzev.de/download_file/599523b2-8a63-4c95-84fa-e9e9a682e432/9
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