Eine Feldstudie des IGZ vergleicht unterschiedliche Bodenbearbeitungs- und Bodenbedeckungssysteme im Freilandgemüsebau in den Kulturen Weißkohl und Knollensellerie an mehreren Standorten in Deutschland, darunter Versuchsflächen des IGZ in Großbeeren und Gemüsebaubetriebe Brandenburgs. Betrachtet wurden Streifenbodenbearbeitung mit vor Ort hergestellten Roggenmulch, Klee-Lebendmulch und eine unbedeckte Kontrolle.
Über alle Standorte hinweg zeigte sich, dass die Kombination aus Streifenbodenbearbeitung und Roggenmulch eine vergleichsweise stabile Ertragsleistung beider Kulturen ermöglichte. Im Gegensatz dazu waren die Erträge im Klee-Lebendmulch-System deutlich niedriger. Diese Unterschiede stehen in engem Zusammenhang mit veränderten Bodenbedingungen, insbesondere einer geringeren Verfügbarkeit mineralischen Stickstoffs, veränderten Bodenfeuchteverhältnissen sowie niedrigeren Bodentemperaturen, die die Entwicklungsbedingungen der Kulturen beeinflussen.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Lebendmulchsysteme im Gemüsebau nicht unabhängig vom Standort und vom Gesamtsystem bewertet werden können. Während sie unter bestimmten Bedingungen positive ökologische Funktionen erfüllen können, entstehen gleichzeitig potenzielle Zielkonflikte mit der Produktivität, insbesondere durch Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe.
Originalpublikation
Hefner, M., Sradnick, A. & Heistermann, K. “Cabbage and celeriac yields were preserved by strip-tillage with rye mulch but reduced by clover living mulch due to effects on soil nitrogen, moisture and temperature.” Plant Soil (2026). https://doi.org/10.1007/s11104-026-08491-x
Weitere Informationen
- Projektbeschreibung „BioStripPlant“: https://igzev.de/forschung/projekte/82/biostripplant
- Forschungsgruppe „Anbausysteme Feld“: https://igzev.de/forschung/forschungsgruppen/hortsys-1
Kontakt
Katia Heistermann, Wissenschaftlerin | E-Mail heistermann@igzev.de | Tel. +49 (0) 33 701 78 358
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Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ)
Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) e.V. ist ein Forschungsinstitut der Leibniz-Gemeinschaft und trägt mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen aus der Grundlagen- und Anwendungsforschung im Gartenbau zur Lösung aktueller globaler Herausforderungen bei. Dazu gehören der Erhalt der Biodiversität sowie die Bekämpfung des Klimawandels und eine immer noch weitverbreitete Fehlernährung. Das Institut wird gemeinschaftlich durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) finanziert. Das IGZ hat seinen Sitz in Großbeeren.