Pflanzenmikrobiomforschung: aktuelles Wissen und neue Perspektiven
Das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und den mit ihnen in Gemeinschaft lebenden Mikroorganismen hat sich zu einem zentralen Thema in der Pflanzen-, Mikroben- und Agrarwissenschaft entwickelt. Das Pflanzenmikrobiom beeinflusst grundlegende Prozesse wie die Nährstoffaufnahme, die Stresstoleranz und die Anpassung an Umweltbedingungen. Neueste Entwicklungen ermöglichen es Forschenden, über die bloße Katalogisierung mikrobieller Gemeinschaften hinauszugehen und die Mechanismen, ökologischen Prinzipien und funktionellen Auswirkungen der Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und ihrem Mikrobiom zu verstehen.
Das Verständnis des pflanzenassoziierten Mikrobioms und die Anwendung dieses Wissens zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität waren das Hauptthema von zwei abgehaltenen internationalen Konferenzen, die in Zusammenarbeit zwischen dem IGZ und der Universität Kairo in Gizeh, Ägypten, 2018 und 2024 organisiert wurden. Seit fast 20 Jahren besteht eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Universität in Kairo und dem IGZ bei der Erforschung des pflanzlichen Mikrobioms. Im Rahmen dieser Partnerschaft trafen sich Forschende aus Deutschland, Ägypten und Polen am IGZ, um die wichtigsten Fortschritte und Herausforderungen in den verschiedenen Disziplinen dieses Fachgebiets zusammenzufassen, insbesondere zur in vitro-/in situ-Mikrobiomforschung und deren Anwendungen in der landwirtschaftlichen Praxis zur Verbesserung nachhaltiger Pflanzenproduktionssysteme.
Eröffnet wurde das Symposium von den Initiator*innen Prof. Nabil Hegazi, Professor der Universität Kairo, Ägypten, und Dr. Katja Witzel (IGZ). Die wissenschaftliche Direktorin des IGZ, Prof. Nicole van Dam, begrüßte die Teilnehmenden. Neben dem wissenschaftlichen Austausch wurde mit der Planung der dritten internationalen Konferenz begonnen, die im November 2027 in Bibliotheca Alexandrina, Ägypten, stattfinden soll.