Open Lab Abend im Futurium: Perspektiven auf zukünftige Ernährungssysteme
Durch den Abend führten Prof. Dr. Monika Schreiner, Jette Berend und Leonhard Meitner vom IGZ. Gemeinsam moderierten sie Diskussionen und Gespräche rund um zukünftige Ernährungssysteme und luden die Teilnehmenden dazu ein, unterschiedliche Perspektiven auf Ernährung, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Wandel kennenzulernen.
Einen fachlichen Impuls lieferte Dr. Ferike Thom (Thünen Institut) mit ihrem Vortrag zur Ernährungswende. Im anschließenden Austausch standen Fragen der Zugänglichkeit und Bezahlbarkeit gesunder Ernährung im Mittelpunkt. Die Diskussion machte deutlich, dass Ernährungsverhalten nicht allein von individuellen Entscheidungen abhängt, sondern auch von Bildung, Alltagserfahrungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt wird.
Dabei wurde insbesondere die Bedeutung von Bildungsangeboten hervorgehoben. Der Zugang zu Wissen über Lebensmittel und deren Zubereitung ist gesellschaftlich ungleich verteilt. Schulen können daher eine wichtige Rolle dabei spielen, praktische Erfahrungen mit Ernährung zu vermitteln und die Offenheit gegenüber neuen Lebensmitteln und Ernährungsformen zu fördern.
Im Workshop-Teil des Abends konnten die Besucher*innen verschiedene Aspekte zukünftiger Ernährungssysteme erkunden. Eine Station beschäftigte sich mit dem Konzept gemeinschaftlich genutzter Küchen und den sozialen Potenzialen des gemeinsamen Kochens. Eine weitere Station stellte eine mobile Insektenküche vor, in der Poffertjes mit Insektenmehl zubereitet wurden. Die Teilnehmenden erhielten dabei Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit alternativen Zutaten zu sammeln und über Gewohnheiten sowie Akzeptanz neuer Lebensmittel ins Gespräch zu kommen.
Darüber hinaus präsentierte food4future mit „Food Visions“ und „Future Food“ zwei digitale Anwendungen, die mithilfe von Mixed- und Virtual-Reality-Technologien mögliche Ernährungsszenarien der Zukunft erlebbar machen. Die Anwendungen zeigten, wie digitale Werkzeuge dazu beitragen können, komplexe Fragestellungen rund um nachhaltige Ernährungssysteme anschaulich zu vermitteln.
Der Open Lab Abend verdeutlichte, dass die Gestaltung zukünftiger Ernährungssysteme nicht allein eine wissenschaftliche und technologische Herausforderung ist. Ebenso wichtig sind gesellschaftlicher Dialog, Bildung und die aktive Beteiligung unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure. Die Veranstaltung bot hierfür einen Raum, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen und persönliche Perspektiven zusammengeführt wurden.
Weitere Informationen
- Webseite des BMFTR-geförderten Verbundprojekts „food4future – Nahrung der Zukunft“