Nachruf auf Prof. Dr. rer. hort. Helmut Wilhelm Walter Krug

18.05.2026
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Prof. Helmut Krug, Gründungsdirektor des IGZ, blieb dem Institut bis zu seinem Tod verbunden. Foto: IGZ Archiv.
Prof. Helmut Krug, Gründungsdirektor des IGZ, blieb dem Institut bis zu seinem Tod verbunden. Foto: IGZ Archiv.

Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) nimmt Abschied von seinem Gründungsdirektor, Prof. Dr. rer. hort. Helmut Wilhelm Walter Krug, der am 30. April 2026 im Alter von 100 Jahren verstorben ist. Mit Prof. Helmut Krug verliert das IGZ eine Persönlichkeit, die die wissenschaftliche und organisatorische Entwicklung des Institutes in einer entscheidenden Phase maßgeblich geprägt hat. Als Wissenschaftler, Hochschullehrer und Gründungsdirektor hat er die Entwicklung des Gemüsebaus in Deutschland sowie die Etablierung des IGZ nachhaltig beeinflusst.

Helmut Krug wurde am 6. Juli 1925 in Schönwerder (Kreis Prenzlau) geboren. Er studierte Gartenbau in Berlin und promovierte 1959 an der Technischen Universität Hannover mit der Arbeit „Zum photoperiodischen Verhalten einiger Kartoffelsorten“ in der Fakultät für Gartenbau und Landeskultur. Im selben Jahr übernahm er die Leitung des Arbeitsgebietes „Entwicklungsphysiologie“ an der Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig-Völkenrode. Nach seiner Habilitation im Jahr 1963 führte ihn sein Weg zunächst an die Technische Universität Berlin, wo er als Wissenschaftlicher Rat tätig war und 1969 Saatgut und Saatguterzeugung lehrte. 1969 folgte er dem Ruf auf die Professur für Gemüsebau an der Technischen Universität Hannover, die er über viele Jahre wissenschaftlich prägte.

Die wissenschaftliche Arbeit von Helmut Krug war durch einen systemischen Blick auf pflanzenbauliche Prozesse gekennzeichnet. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten die Entwicklungsphysiologie von Kulturpflanzen sowie biomathematische Modelle zur Analyse der Einflüsse von Licht, Temperatur, Kohlenstoffdioxid und Stickstoffdüngung auf Wachstum und Entwicklung. Früh erkannte er die Bedeutung energieeffizienter Produktionssysteme im Gewächshausgartenbau und leistete wesentliche Beiträge zum Einsatz von Klimakammern in der Pflanzenbauforschung.

Für das IGZ bleibt insbesondere sein Wirken in den Jahren 1991 und 1992 von bleibender Bedeutung. Nach den Evaluierungen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in den neuen Bundesländern wurde die Gründung des Institutes für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt vorbereitet. Prof. Helmut Krug wurde zum Vorsitzenden des Gründungskomitees berufen und übernahm als Gründungsdirektor die verantwortungsvolle Aufgabe, innerhalb kürzester Zeit die wissenschaftliche und organisatorische Grundlage des neuen Institutes zu schaffen. Unter seiner Leitung wurden Forschungsabteilungen und wissenschaftliche Themenfelder definiert, Verwaltungs- und Personalstrukturen aufgebaut sowie die Voraussetzungen für eine nachhaltige Etablierung der neuen Forschungseinrichtung geschaffen.

Seine Wegbegleiter*innen erinnern sich zudem an seine persönliche Bescheidenheit und sein außergewöhnliches Engagement: Trotz seines bereits fortgeschrittenen Alters nahm er die arbeitsintensiven Bedingungen der Aufbauphase selbstverständlich auf sich und wohnte während seiner Aufenthalte in Großbeeren im damaligen Ledigenwohnheim – nicht immer ohne unkomplizierte Möglichkeiten der Versorgung vor Ort. Mit Großbeeren verband ihn zudem eine persönliche Geschichte: Bereits während seines Gartenbaustudiums in Berlin hatte er hier Lehrveranstaltungen bei Prof. Johannes Reinhold besucht.

Prof. Helmut Krugs Anteil an der erfolgreichen Gründung des IGZ kann kaum überschätzt werden. Er prägte die wissenschaftliche Ausrichtung des Hauses, förderte den Aufbau nationaler und internationaler Netzwerke und trug wesentlich dazu bei, den Standort Großbeeren langfristig als Zentrum der Gartenbauforschung zu sichern. Sein Beitrag zur Entwicklung des Institutes wird in dankbarer Erinnerung bleiben.