Mahlet Degefu Awoke schließt Promotion zu klimaresilienter Landwirtschaft in Tansania erfolgreich ab
In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie, wie die Wahrnehmungen von Landwirt*innen in Bezug auf Nachhaltigkeit, ihre Übernahmeentscheidungen sowie vorhandene Ressourcenbeschränkungen die Einführung klimaresilienter landwirtschaftlicher Praktiken (sogenannte Climate-Smart Agriculture, CSA) und die damit verbundenen Lebensgrundlagen beeinflussen. Die Arbeit schließt zentrale Forschungslücken, indem sie die Wahrnehmungen landwirtschaftlicher Betriebe systematisch mit Adoptionsmustern, Praxis-Kombinationen sowie Auswirkungen auf Ernährungssicherheit und landwirtschaftliches Einkommen verknüpft.
Auf Grundlage von Haushaltsbefragungen, Fokusgruppendiskussionen und Interviews mit Schlüsselakteuren zeigt die Studie, dass Landwirt*innen integrierte CSA-Praktiken bevorzugen, insbesondere Agroforstsysteme in Kombination mit Boden- und Wasserschutzmaßnahmen. Diese werden aufgrund ihrer positiven Effekte auf Bodenfeuchte, Ertragsstabilität und Dürreresilienz geschätzt. Die Umsetzung bleibt jedoch durch Arbeitskräftemangel, unsichere Landnutzungsrechte, begrenzten Zugang zu Krediten und Betriebsmitteln sowie schwache Beratungsstrukturen eingeschränkt. Die Analyse zeigt außerdem, dass weiblich geführte Haushalte CSA seltener anwenden – nicht aufgrund geringerer Motivation, sondern infolge struktureller und institutioneller Barrieren.
Die Ergebnisse belegen, dass eine stärkere Verbreitung von CSA – insbesondere bei höherer Anwendungsintensität – mit einer vielfältigeren Ernährung, geringerer Ernährungsunsicherheit und höherem landwirtschaftlichem Einkommen verbunden ist. Zudem zeigen sie, dass CSA-Politiken besonders wirksam sind, wenn technische Beratung durch inklusive institutionelle Rahmenbedingungen ergänzt wird, die Zugangsbarrieren abbauen und eine klimaresiliente ländliche Entwicklung fördern.
Die Promotion wurde am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) durchgeführt und von Prof. Dr. Stefan Sieber, Prof. Dr. Katharina Löhr, Dr. Anthony Kimaro und Dr. Marcos Lana betreut. Gefördert wurde die Arbeit durch die ATSAF e.V. Academy in Zusammenarbeit mit CIFOR-ICRAF Tanzania.
Seit April 2025 arbeitet Mahlet Degefu Awoke als Postdoktorandin am IGZ in der Arbeitsgruppe „Ökonomische Entwicklung und Ernährungssicherheit“ unter der Leitung von Prof. Dr. Tilman Brück. Am IGZ trägt sie im Projekt „Wissensintegration für das Leibniz-Lab ‘Systemische Nachhaltigkeit – Biodiversität, Klima, Landwirtschaft und Ernährung innerhalb planetarer Grenzen’“ mit. Mit ihrer Expertise zu klimaresilienter Landwirtschaft, ländlicher Entwicklung und Ernährungssicherung stärkt sie die Forschung des IGZ an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Ernährungssystemen und globalem Wandel.
Weiterführende Informationen
- “Development of an integrated assessment framework for agroforestry technologies: assessing sustainability, barriers, and impacts in the semi-arid region of Dodoma, Tanzania” https://doi.org/10.1080/14735903.2023.2285161
- “Exploring gender dynamics in climate-smart agriculture adoption: a study in semi-arid Dodoma, Tanzania” https://doi.org/10.3389/fsufs.2024.1507540
- “Understanding farmers’ choices in climate-smart agriculture: adoption of agroecology principles and impacts on rural livelihoods in semi-arid Tanzania” https://doi.org/10.1080/21683565.2025.2466439
- “Evaluating climate-smart agriculture strategies: adoption, sustainability, and equitable livelihoods in semi-arid Tanzania” https://edoc.hu-berlin.de/items/293f3e1d-a7e8-4716-86f1-882bd8a29b73 (Dissertation)