Zum Gedenken an Professor Dr. Philipp Franken
Philipp Franken legte den Grundstein für seinen weiteren beruflichen Werdegang mit einer gartenbaulichen Ausbildung nach dem Abitur. Sein anschließendes Studium der Genetik schloss er 1988 erfolgreich mit dem Diplom der Universität zu Köln ab. Drei Jahre später promovierte er am Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln zum Thema „Molecular analysis of the flavonoid biosynthesis in Zea mays”. Dort setzte er von 1991 bis 1993 seine Forschungsarbeiten im Bereich Biochemie fort und forschte anschließend von 1993 bis 1995 am Institut national de recherche pour l‘agronomique (INRA) in Dijon, Frankreich, im Bereich Phytoparasitologie. 1995 übernahm er die Leitung einer Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Terrestrische Mikrobiologie in Marburg. Einen weiteren Meilenstein markierte seine Habilitation 1999 an der Philipps-Universität Marburg in Mikrobiologie und Botanik.
Von 2002 bis 2018 leitete er die Abteilung Pflanzenernährung am Leibniz-Institut für Gemüse und Zierpflanzenbau (IGZ) in Großbeeren. 2011 erhielt Philipp Franken den Ruf zum Professor an die Humboldt-Universität zu Berlin, dort übernahm er den Lehrstuhl für Molekulare Phytopathologie. 2019 erhielt er den Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dort setzte er als Lehrstuhlinhaber für Molekulare Phytopathologie seine Arbeiten fort und leitete gleichzeitig die Forschungsstelle für gartenbauliche Kulturpflanzen (FGK) an der Fachhochschule Erfurt.
Als wissenschaftlicher Direktor der FGK engagierte sich Phillip Franken außerordentlich für den Erhalt gartenbauwissenschaftlicher Forschung am Standort Erfurt und für den Transfer der erzielten Kenntnisse in die Praxis. Seine Forschungsschwerpunkte waren stets vielfältig. Sie reichten von molekularen Analysen von Biosynthesewegen der Pflanze, die Interaktion von Pflanzen mit nützlichen Mikroorganismen, mikrobieller Ökologie bis hin zu phytopathologischen Themen wie der biologischen Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten.
Meilensteine in der Forschung von Philipp Franken waren die Aufklärung der mutualistischen Wechselwirkungen von Pflanzen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen. Untersucht wurden hierbei wichtige Aspekte dieser Symbiosen, wie den gegenseitigen Nährstoffaustausch und die induzierte Pflanzenresistenz gegenüber Krankheitserregern. Er verknüpfte Techniken der Molekulargenetik mit mikrobiologischen und physiologischen Methoden, die wesentlich zu einem besseren Verständnis der Pflanzen-Mykorrhiza-Interaktionen beitrugen.
Philipp Franken war zudem sehr erfolgreich in der Einwerbung von Projektmitteln zur Unterstützung seiner Forschung. Verschiedene Projekte wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und EU-Rahmenprogramme gefördert.
Sein Leben widmete er der Forschung, zugleich lag ihm die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses sehr am Herzen. In der Lehre und als Betreuer von wissenschaftlichen Arbeiten nahm er sich stets die erforderliche Zeit, sein Wissen und seine Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben. Mit außergewöhnlichem Feingefühl ging er auf die Bedürfnisse der Förderung seiner Studierenden ein. Er ließ den Selbstständigsten und Begabtesten viel Freiraum und gab allen Unterstützung, wo sie diese benötigten.
Mit Philipp Franken verlieren wir nicht nur einen engagierten und angesehenen Wissenschaftler, sondern auch einen hilfsbereiten, positiven und kreativen Kollegen. Wir werden seine Verdienste in dankbarer Erinnerung bewahren. Das tief empfundene Mitgefühl aller Kolleg*innen gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie.