P2GreeN auf der „ISH Value of Water“: Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur nachhaltigen Wasser- und Nährstoffnutzung

25.03.2025
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Dr. Stefan Karlowsky erläutert die Verbindung von Abwasser-Infrastruktur, Landwirtschaft und dem Schutz von Wasserökosystemen und wie P2GreeN diese Herausforderungen adressiert. Fotos: ISH Value of Water Conference.
Dr. Stefan Karlowsky erläutert die Verbindung von Abwasser-Infrastruktur, Landwirtschaft und dem Schutz von Wasserökosystemen und wie P2GreeN diese Herausforderungen adressiert. Fotos: ISH Value of Water Conference.

Wie können Nährstoffkreisläufe nachhaltig geschlossen werden, um Wasserressourcen zu schützen und die Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen? Diese zentrale Frage wurde am 18.03.2025 auf der „ISH Value of Water“ diskutiert – einer internationalen Konferenz, die sich mit der nachhaltigen Nutzung und dem Schutz von Wasser beschäftigt. Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) war im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts P2GreeN mit Dr. Stefan Karlowsky vertreten. Als Experte für Bodenfruchtbarkeit und Nährstoffkreisläufe stellte er die wissenschaftlichen Hintergründe des Projekts vor und erläuterte, wie innovative Konzepte zur Rückgewinnung und Wiederverwertung von Wasser und Nährstoffen zur Schonung von Frischwasserressourcen und zur Reduktion von Mineraldüngern beitragen können.

Die von Anita Beblek, Geschäftsführerin der agrathaer GmbH und Projektkoordinatorin von P2GreeN, moderierte Panel-Diskussion begann mit einer Einführung in die Zielsetzung des Projekts. Tobias Stieber (Triodos Bank) erläuterte die Herausforderungen bei der Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle für zirkuläre Wertschöpfungsketten. Andreas Obersteg (HCU Hamburg) stellte dar, wie sich P2GreeN-Technologien in die Stadtplanung integrieren lassen, und gab Einblicke in das nachhaltige Pariser Stadtquartier Saint-Vincent-de-Paul, in dem Urinseparierung als innovative Maßnahme zur Kreislaufschließung umgesetzt wird.

Dr. Stefan Karlowsky ging in seinem Beitrag auf die globalen Herausforderungen ein, die P2GreeN adressiert. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Vermeidung von Nährstoffeinträgen in Gewässer durch innovative Technologien zur Rückgewinnung von Phosphor und Stickstoff aus getrennt gesammelten menschlichen Ausscheidungen (Urin und Fäzes) und Abwasser. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit der Landwirtschaft von Mineraldüngern reduziert werden, indem städtische und ländliche Infrastrukturen miteinander verknüpft und alternative Nährstoffquellen nutzbar gemacht werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schonung von Frischwasserressourcen durch die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser und die Nutzung ressourcenschonender Sanitärsysteme.

In der anschließenden Diskussion stand die Frage nach der Sicherheit von Recyclingdüngern im Fokus. Dr. Karlowsky betonte, dass im Rahmen von P2GreeN durch gezielte Behandlungsverfahren und ein strenges Monitoring sichergestellt wird, dass die aus menschlichen Ausscheidungen und Abwasser gewonnenen Recyclingdünger schadstoffarm und sicher für die landwirtschaftliche Nutzung sind. Dies ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass solche Ansätze langfristig Akzeptanz finden und zur nachhaltigen Transformation der Landwirtschaft beitragen können.

Weitere Informationen zum Projekt P2GreeN sind auf der Projektwebsite zu finden. Das Programm der Konferenz ist hier abrufbar.